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Weibo der Woche #2: Indischer Premier Modi tritt dem Mikroblogging-Dienst Weibo bei

Modis Weibo-Seite

Weibo-Profilseite des indischen Premiers Modi © Screenshot 5. Mai 2015.

In dieser Woche sorgte Narendra Modis Registrierung bei Weibo für Aufsehen. China kritisiert Indien immer wieder wegen Grenzstreitigkeiten. Können Modis Weibo-Nachrichten Chinas Netizens besänftigen?

 

Modi ist seit dem 4. Mai 2015 Mitglied bei Chinas beliebtem Kurznachrichtendienst Weibo. Innerhalb von 24 Stunden folgten ihm knapp 35.000 Netizens – Tendenz steigend. Modis Weibo-Beitritt kommt im Zuge andauernder territorialer Streitigkeiten im Himalaya zwischen den beiden Ländern.

 

In seiner ersten Kurznachricht begrüßt Modi zunächst seine chinesischen Follower. Er selbst spricht die umstrittene Grenzregion Arunachal Pradesh, die auf Chinesisch „Südtibet藏南“ genannt wird, nicht an. Doch die Mehrheit der Weibo-Nutzer versteht Modis Begrüßung als Aufforderung zur Kritik. Wie „Dylan in Chengdu“ verlangen viele:

 

Südtibet gehört zu China. Gebt es uns zurück!藏南是中国的 还给我们

 

Aber es gibt auch andere Kritik. Netzbürger „Zauberer isst nichts“ schreibt:

 

In Indien mangelt es an Respekt für Frauen.你们国家对于女性的不尊重

 

Modis Staatsbesuch

 

Modis Mikroblogs hingegen sind ausgesprochen höflich. Er ruft dazu auf, gemeinsam „dieses Jahrhundert zu einem asiatischen Jahrhundert zu machen让本世纪成为亚洲世纪.“.

 

Er kündigt zudem für Mitte Mai einen Staatsbesuch an und nutzt die Ankündigung, um auf kulturelle Gemeinsamkeiten aufmerksam zu machen. Unter anderem werde er ins zentralchinesische Xi’an fahren:

 

Ich freue mich auf den Besuch im historischen Xi’an. Es hat eine enge Verbindung zu Xuan Zang und seiner Reise nach Indien.(...) 期待访问历史悠久的西安,其与玄奘及他对印度之行取经有密切的联系。

 

Der Mönch Xuan Zang ist die Hauptfigur im berühmten chinesischen Roman „Reise nach Westen“. Er pilgerte nach Indien, um Buddhas Schriften nach China zu bringen. Doch auch so kann Modi die Weibo-Gemeinde nicht besänftigen. Wie „Yin & Yang für die Karbonteilchen, Glück für die Arbeit“ bleiben sie auf Konfrontationskurs:

 

Kennen Sie außer Xuan Zang auch Wang Xuance?(…) 除了玄奘,你知道王玄策吗

 

Dieser Netzbürger spielt auf den chinesische Offizier und Diplomaten Wang Xuance an. Er ist bekannt dafür, im Jahr 648 ein Gebiet in Nordindien erobert zu haben.

 

 

 

Zum Weiterlesen

 

Yong Yang: „Indischer Regierungschef reist ins umstrittene Grenzgebiet: Provokation für China“, 23.04.2015.

 

Tobias Adam: „Missbrauchsskandal in Indien – Chinesische Bloggerszene rätselt über Hintergründe“, Stimmen aus China, 27.01.2013.

 

Daniel Gerichhausen: „Alte Feinde, neue Freunde? – Annäherung zwischen China und Indien“, Stimmen aus China, 19.09.2012.

 

„China matters: Ein Informationsportal für die Zivilgesellschaft“, mit freundlicher Unterstützung durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen

„China matters: Ein Informationsportal für die Zivilgesellschaft“, mit freundlicher Unterstützung durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen

 

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