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Ahnenverehrung mit Konfliktpotential – Abes Schrein-Besuch löst wieder Empörung aus

Japanischer Premierminister Shinzo Abe © russavia, via Wikimedia Commons

Japanischer Premierminister Shinzo Abe © russavia, via Wikimedia Commons

Am 26. Dezember 2013 besuchte Japans Premier Shinzo Abe den Yasukuni-Schrein und löste damit erneut einen diplomatischen Eklat aus. Die Reaktionen reichten von Unverständnis und Enttäuschung in den USA bis hin zu drastischen Aktionen in Südkorea und China.

 

Jedes Jahr besuchen hochrangige japanische Politiker den Yasukuni-Schrein und gedenken damit gefallenen Militärangehörigen. Das Problem: Unter den Gefallenen befinden sich u.a. Kriegsverbrecher aus dem zweiten Weltkrieg. Dieses Mal führte der Besuch durch Japans Premierminister Abe sogar soweit, dass er am 30. Dezember 2013 von China zur Persona non grata erklärt wurde. Der chinesische Botschafter in Deutschland, Shi Mingde, vergleicht den Besuch sogar mit einer Kranzniederlegung am Führerbunker. Auch die Diskussionen der chinesischen Internetnutzer entfachten den Vorfall von Neuem. Viele befürchten eine Radikalisierung der japanischen Politik und lassen sich auch von Abes beschwichtigenden Worten nicht von ihrer Meinung abbringen.

 

Schwarze Liste für japanische Politiker

 

Chengsl_2011“ jubelt über die Entscheidung der chinesischen Regierung, Abe zur Persona non grata zu erklären und hofft auf weitere Einträge.

 

Nun ist es öffentlich, dass Abe und andere zu Personae non grata erklärt wurden. Ihnen ist untersagt, Fuß auf chinesischen Boden zu setzen (…). Auf diese schwarze Liste werden auch alle anderen hohen Beamten und Parlamentsabgeordnete kommen, die künftig den Schrein besuchen. Somit können sie im Zeitraum von fünf Jahren weder zu Reisezwecken noch zu politischen Besuchen ins Land kommen. Einfach großartig!宣布安倍等人为在中国“不受欢迎的人”,从此禁止他们进入中国,不失为一个既简单易行,又有相当震慑力的行动。中国应公布一个黑名单,将安倍以及今年以来 在参拜靖国神社问题上表现恶劣的日本高官和著名议员列入其中,规定他们五年之内不得来中国做任何旅行和访问。建议很好!!

 

Maschinengewehre und Kanonen

 

Einigen Netizens wie „Ich spiele Zhizhuliu“ geht dieser Schritt noch nicht weit genug und sie drohen Japan mit Waffengewalt.

 

Macht ein Krieg der Worte Sinn? Nein, auf keinen Fall! Lasst die Maschinengewehre und Kanonen sprechen!口水战打得有意思吗?没意思,有个锤子用!还是让机关枪和大炮去辩论吧!

 

Generelles Verbot von Geschichtsklitterung nötig

 

Ein anonymer Nutzer sieht hingegen die Vereinten Nationen in der Verantwortung, Rechtsradikalismus vorzubeugen.

 

Die UN sollten klar vorschreiben, dass Kriegsverlierer ihre Geschichtsbücher nicht nach Belieben umschreiben dürfen! So könnte man vermeiden, dass Schurkenstaaten wie Japan (…) ihre Fehler immer wieder begehen.联合国必需提出明确规定:禁止战败国随意篡改历史教课书,避免像日本这样的无赖国家心存侥幸,重蹈历史覆辙。

 

Wenn Kritik, dann richtig

 

Vielfach kritisiert wurde auch die verspätete und zu schwammige Erklärung von Taiwans Präsident Ma Ying-jeou. „Xiang Weijia“ fordert eine klarere Positionierung gegen Japan.

 

Kleiner Ma! Sie haben nur von Enttäuschung gesprochen. Das ist viel zu höflich! Japan ist genau wie Chen Shui-bian*. Der hat sein schlechtes Benehmen auch von Amerika gelernt, genauso wie seine fehlende Moral und andere schlechte Eigenschaften. Solchen Personen kann man nur hart und entschlossen entgegentreten, so erst kann man etwas erreichen. Mit solchen Floskeln (wie du sie aber verwendest) wird (der Gegner) wenig mehr als nur gekitzelt.小马哥!您对小日本用失望的语气真是好客气哟!你知道,小日本也和水扁一样,是从美国那里学来一些坏脾气,不讲道理,横行霸道,一痞二赖等等。对这样的小人,只能用心恨手辣的手段对待,才能够启一点点作用!那软绵绵,骄滴滴的语声,只能挠动它皮肤痒痒而!

 

Ohne rechts geht es nicht

 

Liumita“ versucht die Hintergründe zu beleuchten und erklärt die Bedienung des rechten Klientels als überlebensnotwendig im japanischen Politgeschäft.

 

Was mir aufgefallen ist: Wenn man als japanischer Präsident nicht auch rechte Werte bedient, hält man sich nicht lange. In den letzten 20 Jahren hat es nur einen japanischen Präsidenten länger im Amt gehalten: Junichiro Koizumi. Die Unterstützung, die Abe erfährt, ist momentan sehr groß, er wird wohl auch ein paar Jahre im Amt bleiben. Wir sollten das jedenfalls aufmerksam verfolgen.发现一个事实:日本不搞右倾的首相都做不长,近20年就1个首相做的时间长:小泉纯一郎,大家都知道。现在的安倍支持率也很高,估计也要当好几年。值得警惕。

 

Als Japaner würde ich ihn auch unterstützen

 

Dou—Pangpang and Pangpang“ geht sogar noch einen Schritt weiter und äußert Verständnis für die japanischen Wähler.

 

Abe ist echt nicht schlecht. Meilenweit besser als seine Vorgänger, aus japanischer Perspektive jedenfalls. Wenn ich Japaner wäre, wäre ich auch sein Anhänger!安倍真不错 比、他前几个羊姜 好太多了 从日本人角度上看。如果我是日本人我也支持他

 

 

 

 

___

 

* Chen Shui-bian war zwischen 2000 und 2008 taiwanesischer Präsident.

 

 

 

Zum Weiterlesen

 

Florian Jung: „Gotteshaus oder Propagandawerkzeug: Debatte um den Yasukuni-Schrein“, Stimmen aus China, 12.09.2013.

 

Tobias Adam: „Wahlen in Japan – Shinzo Abe erhält zweite Chance“, Stimmen aus China, 7.01.2013.

 

Florian Jung: „Der Streit um die Diaoyu-Inseln – antijapanische Proteste in China“, Stimmen aus China, 30.09.2012.

 

Interview mit dem chinesischen Botschafter Shi Mingde: „Die japanische Regierung provoziert China“, Braunschweiger Zeitung, 10.09.2014.

 

CNA: „Ma criticises Japanese leader’s visit to shrine“, Chinapost.com, 13.01.2014.

 

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