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Die Weltklimakonferenz im südafrikanischen Durban im November und
Dezember 2011 setzte in den Augen vieler Chinesen ein Zeichen im Kampf gegen die Unterdrückung durch die Industrienationen. Der chinesische Delegierte Jie Zhenhua griff die bisherigen Aktionen der Industrienationen scharf an und versuchte sich und sein Land ins rechte Bild zu rücken. Jie Zhenhua sprach sich während der Klimakonferenz für eine Anerkennung der von China erbrachten Leistung im Klimabereich aus. Ein Artikel der Nachrichtenagentur Xinhua, der Jie's Rede während der Klimakonferenz aufgreift rief eine lebhafte Diskussion zum Thema chinesischer Klimaschutz hervor. Verfasst von Florian Jung.
Tabuisiert, diskriminiert, geheim gehalten - Homosexualität wurde in China bis in die neunziger Jahre als geistige Abnormalität psychologisch behandelt und wird bis heute oft verleugnet. Viele Homosexuelle sind dementsprechend verheiratet. Als Folgephänomen gibt es im chinesischen Netz Diskussionen zwischen Ehefrauen homosexueller Männer, den Tongqi. Ein Überblick von Verena Menzel.
Die internationale politische Landschaft verändert sich. Wer gestern noch den Ton angegeben hat, muss jetzt damit rechnen, dass seine Politik hinterfragt und im Zweifelsfall auch durch andere Vorstellung ersetzt werden kann. Länder wie China und Indien bestimmen nun in erheblichem Maße Entscheidungen mit. In globalen Foren wie der WTO oder der UN nehmen sie größere Rollen ein, üben Einfluss auf globale Maßnahmen wie zum Thema Klimawandel aus oder sind als wirtschaftliche und finanzielle Mächte vom Weltmarkt nicht mehr wegzudenken. In anderen Fällen machen sie gar Politik ganz ohne die alleingesessenen Akteure, wie die Entwicklungspolitik Chinas zeigt. Ein Artikel von Marie-Luise Abshagen.
Der folgende Artikel wurde auch vom Forum Umwelt und Entwicklung veröffentlicht.
Ein Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2012. Nach dem chinesischen Kalender geht heute das Jahr des Hasen zu Ende und der Drache steht als Tierkreiszeichen vor der Tür - so wie der Weltuntergang, wenn es nach den Vorstellungen Maya ginge. Apokalyptisch fällt angesichts der Finanzkrise der letzten Jahre auch die Wirtschaftsprognose einiger chinesischer Blogger 2012 aus. China beeindruckte den Rest der Welt zwar stetig mit konstant hohem Wachstum, und schenkt man den Eigenschaften des Drachen Glauben, so wird sich die chinesische Wirtschaft auch im Jahr 2012 durch Aufbruchstimmung und Wohlstand auszeichnen. Die Stimmung im Netz ist trotzdem eher pessimistisch. Ein Meinungsquerschnitt von Tobias Adam
Am 14. Januar 2012 finden auf Taiwan* gleichzeitig Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Der Ausgang der Wahlen wird die sino-taiwanesischen Beziehungen der kommenden Jahre wesentlich beeinflussen, spalten sich die Parteien und ihre Präsidentschaftskandidaten doch in ihrer Position zur Volksrepublik China. Dabei stehen sich das China-freundliche „blaue" Lager und das China-kritische „grüne" Lager gegenüber. Der festlandchinesische Kolumnist „Shan Fushan" analysiert die Ausgangssituation vor der Wahl. Übersetzt und kommentiert von Ella Daschkey und Daniel Soesanto.
Anmerkung der Redaktion: der Artikel konnte aus technischen Gründen leider erst nach dem 14. Januar 2012 veröffentlicht werden. Wir bitten um Ihr Verständnis für die Verzögerung.
Die offiziellen chinesischen Wirtschaftszahlen sind gefälscht. Das erklärte Lang Xianping, ein bekannter chinesischer Finanzprofessor, am 22. Oktober 2011 in Shenyang. Laut Lang waren sowohl die offizielle BIP-Wachstumsrate von 9,1 Prozent als auch die Inflationsrate von 6,2 Prozent getürkt. Selbst wenn das offiziell angegebene Wachstum und die veröffentlichte Inflationsrate echt wären, würde das reale Wachstum nur drei Prozent betragen, weil sich das reale Wachstum aus der Differenz zwischen BIP-Wachstumsrate (also 9,1%) und der Inflationsrate (also 6,2%) berechnet, so Lang. Aber seinen Berechnungen zufolge lag die tatsächliche Inflationsrate bei 16 Prozent. Deshalb hat die chinesische Wirtschaft laut Lang ein negatives Wachstum von etwa 7 Prozent. Ein Beitrag von Dandan Wang
Die Beijinger Stadtverwaltung erließ Mitte Dezember neue Nutzungsbestimmungen für die Microblogdienste mit Firmensitz in der Hauptstadt. Neue User des chinesischen Twitter-Äquivalents Sina Weibo müssen nun bei Anmeldung ihre Identität offenlegen, während bisherige Blogger die erforderlichen Angaben innerhalb von drei Monaten nachzureichen haben, bevor ihr Weibo-Account gesperrt wird. Die Pekinger Behörden rechtfertigen diesen Schritt mit angeblich zunehmenden Falschmeldungen in den Microblog-Portalen. Tatsache ist, dass die Plattformen auch als Ventil für Regierungskritik genutzt werden - von bereits über 200 Millionen Usern in ganzen Land. Bei den chinesischen Netizens treffen die neuen Bestimmungen partiell auf Zustimmung, weitgehend aber auf Ablehnung. Der Online-Journalist Liu Yiming rekapituliert in seinem Blog die kurze Geschichte der Microblogs in China, beschäftigt sich mit den Motiven der Behörden für den Erlass der neuen Bestimmungen und zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft von Microblogging und der Redefreiheit in China. Übersetzt von Adrian Krawczyk.
Ein 460-Millionen-Euro-schweres Konjunkturpaket legte Chinas Regierung 2009 auf, um in der weltweiten Finanzkrise den Binnenmarkt zu stärken. Kapital floss vor allem in den Immobiliensektor und pumpte ihn auf wie eine Seifenblase. Dann hat die Regierung reagiert. Der Hypothekenzins und der Eigenkapitalanteil beim Kauf einer Zweitwohnung wurden erhöht. In Shanghai und Chongqing wurde eine neue Grundbesitzsteuer eingeführt. Jetzt sind die Preise für Wohnraum in Städten wie Peking, Shanghai und Shenzhen abgestürzt. Bauunternehmer und Käufer stehen nun kurz vor der Insolvenz. Andere freuen sich auf ein baldiges Ende des Immobilienspuks. Zusammengetragen von Inés Henning.