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Ai Weiwei wurde nach seiner Freilassung 2011 von der chinesischen Regierung bezichtigt „pornographische Bilder" veröffentlicht zu haben. Das Medienecho im Westen war eindeutig: Peking benutze falsche Anschuldigungen, um sich des missliebigen Regimekritikers zu entledigen. In der chinesischen Netzwelt dagegen wird der Fall Ai Weiwei kontrovers diskutiert. Wahlweise erscheint Ai als mutiger und einfallsreicher Vorkämpfer gegen staatliche Willkür oder als schamloser Agitator, der aus purer Mediengeilheit das eigene Nest beschmutzt. Zusammengetragen von Daniel Gerichhausen.
Sein Name steht für eine neue Generation. Han Han zeigte Chinas Jugend, dass es auch anders geht: er brach die Schule ab, schrieb stattdessen Romane und fuhr Rallyerennen, bloggte, gründete eine Zeitschrift und stritt sich mit jedem intellektuellen Schwergewicht, das ihm in den Weg kam. Kurz: Han Han verkörpert wie kein Zweiter die Ideale der „Post-80er", der chinesischen Generation, die Mao nur vom Hörensagen kennt. Nun meldet sich Han Han zurück. Im ersten von drei um Weihnachten 2011 erschienenen Blogeinträgen stellt Han Han waghalsige Revolutionsrechnungen an. Übersetzt von Maximilian Kalkhof
Die Weltklimakonferenz im südafrikanischen Durban im November und
Dezember 2011 setzte in den Augen vieler Chinesen ein Zeichen im Kampf gegen die von ihnen empfundene Unterdrückung durch die Industrienationen. Der chinesische Delegierte Xie Zhenhua griff die bisherigen Aktionen der Industrienationen scharf an und versuchte sich und sein Land ins rechte Bild zu rücken. Verfasst von Florian Jung.
Tabuisiert, diskriminiert, geheim gehalten - Homosexualität wurde in China bis in die neunziger Jahre als geistige Abnormalität psychologisch behandelt und wird bis heute oft verleugnet. Viele Homosexuelle sind dementsprechend verheiratet. Als Folgephänomen gibt es im chinesischen Netz Diskussionen zwischen Ehefrauen homosexueller Männer, den Tongqi. Ein Überblick von Verena Menzel.
Die internationale politische Landschaft verändert sich. Wer gestern noch den Ton angegeben hat, muss jetzt damit rechnen, dass seine Politik hinterfragt und im Zweifelsfall auch durch andere Vorstellung ersetzt werden kann. Länder wie China und Indien bestimmen nun in erheblichem Maße Entscheidungen mit. In globalen Foren wie der WTO oder der UN nehmen sie größere Rollen ein, üben Einfluss auf globale Maßnahmen wie zum Thema Klimawandel aus oder sind als wirtschaftliche und finanzielle Mächte vom Weltmarkt nicht mehr wegzudenken. In anderen Fällen machen sie gar Politik ganz ohne die alleingesessenen Akteure, wie die Entwicklungspolitik Chinas zeigt. Ein Artikel von Marie-Luise Abshagen.
Der folgende Artikel wurde auch vom Forum Umwelt und Entwicklung veröffentlicht.
Ein Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2012. Nach dem chinesischen Kalender geht heute das Jahr des Hasen zu Ende und der Drache steht als Tierkreiszeichen vor der Tür - so wie der Weltuntergang, wenn es nach den Vorstellungen Maya ginge. Apokalyptisch fällt angesichts der Finanzkrise der letzten Jahre auch die Wirtschaftsprognose einiger chinesischer Blogger 2012 aus. China beeindruckte den Rest der Welt zwar stetig mit konstant hohem Wachstum, und schenkt man den Eigenschaften des Drachen Glauben, so wird sich die chinesische Wirtschaft auch im Jahr 2012 durch Aufbruchstimmung und Wohlstand auszeichnen. Die Stimmung im Netz ist trotzdem eher pessimistisch. Ein Meinungsquerschnitt von Tobias Adam
Am 14. Januar 2012 finden auf Taiwan* gleichzeitig Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Der Ausgang der Wahlen wird die sino-taiwanesischen Beziehungen der kommenden Jahre wesentlich beeinflussen, spalten sich die Parteien und ihre Präsidentschaftskandidaten doch in ihrer Position zur Volksrepublik China. Dabei stehen sich das China-freundliche „blaue" Lager und das China-kritische „grüne" Lager gegenüber. Der festlandchinesische Kolumnist „Shan Fushan" analysiert die Ausgangssituation vor der Wahl. Übersetzt und kommentiert von Ella Daschkey und Daniel Soesanto.
Anmerkung der Redaktion: der Artikel konnte aus technischen Gründen leider erst nach dem 14. Januar 2012 veröffentlicht werden. Wir bitten um Ihr Verständnis für die Verzögerung.
Die offiziellen chinesischen Wirtschaftszahlen sind gefälscht. Das erklärte Lang Xianping, ein bekannter chinesischer Finanzprofessor, am 22. Oktober 2011 in Shenyang. Laut Lang waren sowohl die offizielle BIP-Wachstumsrate von 9,1 Prozent als auch die Inflationsrate von 6,2 Prozent getürkt. Selbst wenn das offiziell angegebene Wachstum und die veröffentlichte Inflationsrate echt wären, würde das reale Wachstum nur drei Prozent betragen, weil sich das reale Wachstum aus der Differenz zwischen BIP-Wachstumsrate (also 9,1%) und der Inflationsrate (also 6,2%) berechnet, so Lang. Aber seinen Berechnungen zufolge lag die tatsächliche Inflationsrate bei 16 Prozent. Deshalb hat die chinesische Wirtschaft laut Lang ein negatives Wachstum von etwa 7 Prozent. Ein Beitrag von Dandan Wang