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Elfenbeinhandel in China bald verboten? – Yao Ming löst Debatte aus

Überreste eines wegen Elfenbein gewilderten Elefanten © Ina96 via Wikimedia Commons

Überreste eines wegen Elfenbein gewilderten Elefanten © Ina96 via Wikimedia Commons

Yao Ming, ehemaliger Basketballer der NBA, setzt sich bei Chinas Regierung für ein nationales Verbot für den Handel mit Elfenbein ein. Dem chinesischen Superstar ist die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit garantiert. Viele teilen seine Meinung und befürworten seinen Vorschlag. Andererseits ist Elfenbein aber immer noch ein Statussysmbol und beliebt bei chinesischen Afrika-Touristen.

 

Yao Mings Engagement gegen den Elfenbeinhandel

 

Yao Ming姚明 setzt sich derzeit als Mitglied der Politischen Konsultativ Konferenz des chinesischen Volkes, ein Beratungsorgan ohne Beschlussbefugnisse, für die vollständige Unterbindung des Elfenbeinhandels in China ein. Obwohl Yao Ming über keinerlei Entscheidungsgewalt verfügt, hat sein Wort Gewicht, denn der 33-Jährige ist in China ein Superstar, dem die Medien und viele Fans Aufmerksamkeit schenken.

 

Zweimal besuchte Yao Ming bereits Afrika und informierte sich über den Elfenbein- und Nashornhandel. Im Blog „Yao Mings Afrika Tagebuch“ beschreibt er seine Erlebnisse. In einem bebilderten Blogeintrag berichtet Yao Ming von seinen Erfahrungen in Kenia 2012, auch von Überresten gewilderter Elefanten.

 

Der Anblick war tragisch. Das wird mir lange im Gedächtnis bleiben… Laut Statistiken von Elefantenschützern und des Kenya Wildlife Center hat das Wildern von Elefanten seit 2008 in Afrika stetig zugenommen. Sie sagten mir, dass sehr viel illegales Elfenbein nach China gehe…我看到了悲惨的场景,让人无法忘却…根据拯救大象和肯尼亚野生动物保护中心的统计,自2008年以来,对于非洲象的盗猎活动一直在增加. 他们告诉我,很多违法象牙都流入了中国...

 

Auf einer Pressekonferenz Anfang März 2014 erläuterte Yao Ming seine Ziele.

 

Einerseits soll die Gesetzgebung den Handel mit Elfenbein und Elfenbeinprodukten klar und deutlich verbieten. Andererseits müssen die Gesellschaft und die Konsumenten begreifen, dass sie durch den Kauf von Elfenbein Gewalt fördern. Wenn wir Elfenbein kaufen, ist das so als würden wir die Gewehrkugeln bezahlen.一是立法明确象牙和象牙制品是非法交易,二是全社会的消费者都明白消费象牙助长了暴力,我们买象牙时就是买了一颗子弹。

 

Elefanten vor dem Kilimanjaro – wegen Wilderei wurde die Zahl der Elefanten in den letzten 50 Jahren mehr als halbiert © Amoghavarsha via Wikimedia

Elefanten vor dem Kilimanjaro – wegen Wilderei wurde die Zahl der Elefanten in den letzten 50 Jahren mehr als halbiert © Amoghavarsha via Wikimedia

 

 

Öffentliche Sympathie mit Yao Ming

 

In China ist Yao Ming überall bekannt. Allein wegen ihm vervielfachte sich das Interesse am Basketball im ganzen Land. Wie kommt nun aber sein politisches Engagement in der chinesischen Öffentlichkeit an?

Viele Netizens stimmen mit Yao Ming überein. Kommentare wie die des Netizen „Breites Netzwerk“ liest man häufig.

 

Kein Handel heißt auch kein Töten…没有买卖,就没有杀害。。。

 

Meinungen wie die des Bloggers „In der Luft fliegender Vagabund“ tauchen ebenfalls oft auch

 

Es gibt kein grausameres Tier als den Menschen没有比人更残忍的动物了

 

Elfenbein – Ein beliebtes Souvenir

 

Elfenbein wird trotz allem gerne gekauft. Es ist ein begehrtes Statussymbol. So ist in Zeitungsartikeln z.B. die Rede von mittlerweile 40.000 chinesischen Kenia-Touristen jährlich. Ihre Reiseführer berichten, dass ein Großteil der Reisenden auf der Suche nach Elfenbein, Löwenzähnen und Nashörnern sei.

Limaoshuo“ ist entsetzt ob dieser Touristen.

 

(…) Wenn Chinesen nach Afrika fahren, sind sie stolz Elfenbein nach Hause mitzunehmen. Dieses Land und seine Leute können Schönes und Abstoßendes überhaupt nicht mehr auseinander halten.(…) 中国人去非洲的,都以带回象牙为荣。这个国家,这些人,已经分不清美和丑了。

 

Das begehrte Elfenbein wird in China zu Schmuckgegenständen verarbeitet und teuer verkauft © Stahlkocher via Wikimedia Commons

Das begehrte Elfenbein wird in China zu Schmuckgegenständen verarbeitet und teuer verkauft © Stahlkocher via Wikimedia Commons

 

Journalistin „Liu Hongqiao“ berichtet von ihren Erfahrungen in Johannesburg beim Elfenbeinkauf. Sie weiß zwar nicht, ob es sich um echtes Elfenbein handelt, doch eines zeigt die beschriebene Szene deutlich: Die Händler sind auf chinesische Kunden eingestellt.

 

(…) Die jungen afrikanischen Männer zogen nach und nach die sogenannten Elfenbeinprodukte aus ihren schwarzen Plastiktüten: Ketten, Armbänder, Ringe, Gebetsketten, Stiftebehälter und so weiter. Natürlich gab es für die chinesischen Kunden auch Stäbchen. (…) Jeder der jungen Männer war erpicht darauf, mir einen ihrer Artikel in die Hand zu drücken. Jeder von ihnen sagte auf chinesisch: „Das ist echt, keine Fälschung!“. (…)(...) 黑兄弟陆续从他们的黑色塑料袋里掏出所谓的象牙制品:项链、手镯、戒指、念珠、笔筒,等等。当然,还有为中国顾客准备的筷子。(。。。) 每位黑兄弟都迫不及待地把他们的货品塞到我手里。每个人都在用中文说:"这是真的,不是假的!"(...)

 

Im Januar 2014 ließ die chinesische Regierung sechs Tonnen illegalen Elfenbeins zerstören und könnte darauf hinweisen, dass sie sich ernsthaft für den Kampf gegen Wilderei und Schmuggel engagieren will. Ob die Regierung Yao Mings Vorschlag folgt, muss sich allerdings erst noch herausstellen. Denn Befürchtungen, dass sich bei vollständigem Verbot ein noch schwerer zu kontrollierender Schwarzmarkt etablieren wird, könnten sie davon abhalten.

 

Zum Weiterlesen

 

Shen Ting: “Yao Ming Leads the Fight Against Ivory Trade”, China Radio International, 06.03.2014.

 

Illegaler Handel: China zerstört sechs Tonnen Elfenbein“, Spiegel Online, 06.01.2014.

 

 

Kategorien: China Global, Kultur, Politik, Umwelt, Tags: , , , , . Permalink.

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