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„Das Tagebuch von John Rabe“ bringt den Chinesen einen zweiten Norman Bethune

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„Das Tagebuch von John Rabe“ bringt den Chinesen einen zweiten Norman Bethune

In diesem Blog beschreibt der Blogger seine tiefen Eindruecke ueber den Film “Das Tagebuch von Rabe”. Er ist zutiefst bewegt von der Leistung des Deutschen fuer das chinesische Volk.

Der Name Norman Bethune ist seit ein halbem Jahrhundert in China fast jedem ein Begriff.Der 50-jährige kanadische Chirug wurde von der Kommunistischen Partei von Kanada und Amerika gesendet, um im Anti-Japanischen-Krieg China zu helfen. Er hat in China die verletzten Soldaten medizinisch behandelt und starb während seiner Dienstzeit. Nach Angaben ist er in einem Zeitraum von 4 Monaten 1500 Li(Längenangabe) gereist, hat 315 mal operiert, 13 Operationssäle gegründet und über 1000 Verletzte gerettet. Mao Zedong hat später einen bekannten Artikel mit dem Titel „Zum Gedanken Bethune“ geschrieben, indem sein selbstloser Einsatz hochgelobt wurde.
Aber parallel zu Bethune gab es noch einen Deutschen, John Rabe, der vor der japanischen Armee 200.000 Chinesen gerettet hat. Sein Tagesbuch hat über 500 Verbrechen der japanischen Truppen entlarvt. Seine Aufzeichnungen zählen zu den wichtigsten historischen Materialien zur Forschung des Nanjing Massakers und sein Name wurde trotzdem lange vergessen. In China kennen die Leute nur Norman Bethune, aber nicht John Rabe. Im Westen ist der Film „Schindlers Liste“ bekannt, aber nicht „das Tagebuch von John Rabe.“

Ehrlich gesagt wusste ich auch ganz wenig von John Rabe, bevor ich den Film „das Tagebuch von John Rabe“ gesehen habe. Ich wusste nur, dass er ein Deutscher war und vor über 70 Jahren die Chinesen in Nan Jing vor den japanischen Truppen geschützt hat. Aber, wieviele hat er denn gerettet? Was für eine Person ist er? Was für eine Situation hat ihn zu dieser Tat veranlasst? Ich glaube, die meisten Chinesen wissen genau so wenig wie ich davon.

Deshalb war ich ganz schockiert, nachdem ich diesen von Deutschland und China zusammen gedrehten Film gesehen habe. Ein Nationalsozialist, ein Kriegsverbrecher, hat während der Zeit des Nanjing Massakers eine internationale Sicherheitszone gegründet und den Amt gleich dem Nanjing Bürgermeister in Kriegszeit innegehabt und 200.000 chinesische Bürger geschützt. Das ist eine großzügige Tat. Ein altes chinesisches Sprichwort lautet: „Ein Leben zu retten ist wichtiger als eine 7-stöckige Pagode zu bauen.“ Ein ähnliches Sprichwort im Westen: „Eine Menschenleben zu retten ist wie die ganze Welt zu retten.“ Rabe hat sogar 200.000 Chinesen gerettet, und zwar vor dem Massaker der Japanischen Truppen! Was für einen Mut und Weisheit musste er besessen haben!

Eine Szene im Film hat mich besonders bewegt, und zwar: Als die japanische Truppe die Sicherheitszone unter Bomben setzten und viele Flüchtlinge in Nanjing keine Zuflucht fanden, hisste Rabe im kritischen Moment die Nazi-Flagge, was in einer kurzen Zeit der Schutzschirm von hunderten gefährdeten Menschen wurde. Deutschland und Japan waren damals Verbündete und die Japaner wagten nicht, etwas gegen das Nazi-Deutschland zu tun. Diese Nazi-Flagge wurde von Rabe zum guten Zweck benutzt. Ausserdem hat die Besonnenheit von Rabe mich sehr beeindruckt, als die japanische Truppe in die Sicherheitszone drängte, um verletzte chinesische Soldaten zu suchen.
Falls Sie etwas über Rabe im Internet suchen, werden Sie mehr Respekt und Dankbarkeit für den „Schindler in China“ haben. In den schlimmsten 6 Wochen des Nanjing Massakers hat Rabe mit internationaler Hilfe eine Sicherheitszone mit 25 Flüchtlingslagen gegründet, worin über 200.000 Flüchtlinge wohnten. Als „exekutiver Bürgermeister der Sonderzeit“ stand Rabe vor kaum lösbaren Schwierigkeiten. Er hat seine Nazi-Identität ausgenutzt, gegen die japanischen Truppen gekämpft und mit der japanischen Botschaft immer wieder Konflikte ausgetragen, um das Massaker zu verhindern. Er hat seinen Hof als Flüchtlingslage von Siemens benutzt, wo er das Tagebuch geführt hat, indem über 500 Verbrechensfälle der japanischen Armee notiert wurden. Er hat mit seinen Kommissaren nach internationaler Hilfe gesucht, Mittel gesammelt, Lebensmittel und Medikamente besorgt. Was besonders nennenswert ist, er hat von Shanghai Saubohnen gegen Fußpilz besorgt. Die Flüchtlinge haben ihm großen Respekt erwiesen und nannten ihn Lebendigen Buddha.
Im Februar 1938 wurde Rabe von dem Hauptquartier von Siemens aufgefordert, nach Deutschland zurückzukommen. Er hat den chinesischen Piloten Wang Guanghan, der sich damals bei ihm zu Hause von der Verletztung erholte, als seinen Diener scheinbar angestellt und nach Shanghai gebracht, später nach Hongkong. Nachdem Rabe nach Deutschland zurückkam, hat er in Berlin 5 Vorträge ohne Unterlass gehalten, um die Verbrechen der japanischen Truppen in Nanjing zu entlarven. Da hat er das Video über die Verbrechen gezeigt, das von dem Priester John Magee, Präsident der Nanjing Rotkreuz-Organisation gefilmt wurde. Er hat einen Report an Hitler geschickt, in der Hoffnung, dass Deutschland die Verbrechen seiner Verbündeten sofort stoppen würde. Infolgedessen wurde er von der Gestapo verfolgt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieg wurde Rabe wegen seiner Nazi-Identität wieder ungerecht behandelt. In der schlimmsten Zeit seines Lebens, als seine Familie fast verhungerte, haben ihn die Leute in Nanjing nicht vergessen. Unter Leitung von Soong Ching-ling(die zweite Frau von Sun Yatsen) und dem damaligen Nanjing Bürgermeister wurden Pakete von Lebensmittel und Unterstützungsmittel von Nanjing geschickt, was ihn sehr ermuntert hat. In seinem späteren Leben hat Rabe Nanjing sehr vermisst. 1950 starb er wegen Schlaganfall in Berlin. Auf seinem Grabsein wurde ein Muster von Acht Trigrammen eingraviert, was die traditionelle chinesische Kultur impliziert.
Aber so ein großer Deutscher( noch größer als Schindler, denn er hat 200.00 Chinesen gerettet, während der andere nur 1200 Juden geschützt hat ) wurde leider aus unterschiedlichen historischen Gründen längst vergessen. Der Film „Das Tagebuch von Rabe“ hat endlich geschafft, uns den Retter wieder vorzustellen und in unserer Erinnerung zu behalten.

Ich habe an der Uraufführung dieses Films an der Beijing Normal University teilgenommen. Ein Student aus dem ersten Studienjahrgang hat dem Ensemble gesagt: „Ich bin 19 Jahre alt. Früher kannte ich nur Norman Bethune, heute habe ich endlich John Rabe kennengelernt.“

Geschweige von der künstlerischen Leistung des Films, hat „das Tagebuch von John Rabe“ großen Erfolg in der Wiederdarstellung des zweiten Norman Bethunes. Er erinnert uns Chinesen an die große Katastrophe und den Namen John Rabe, ein Lebensretter unserer Nation für immer geehrt.

Uebersetzt von Li Qimei und Volker Stanislaw

Kategorien: Archiv bis 2009. Permalink.

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