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Der unterschiedliche Umgang mit der Herausgabe von Handynummern ist für Blogger Li Fang ein interkultureller Schlüssel zur chinesischen und westlichen Gesellschaft.
Auslöser war, so Li, ein Gespräch mit seiner Frau am samstäglichen Frühstückstisch: Ihr Handy klingelte, als sie auflegte hatte, sagte sie, dass im beruflichen Kontext viele Leute ihre Handynummer haben wollen. Obwohl sie das eigentlich nicht mag, wolle sie nichts falsch machen und habe die Nummer dann auch einigen Leuten gegeben.
Seine Frau, so schreibt Li weiter, habe viele Jahre in ausländischen Firmen gearbeitet und habe die westliche Gewohnheit der Trennung zwischen Beruflich und Privat übernommen. Für sie wäre eine Handynummer etwas Privates, für berufliche Belangen solle man im Büro anrufen.
Da sind Chinesen und Westler wohl wirklich unterschiedlich, folgert Li.
Link: http://blog.people.com.cn/blog/log/showlog.jspe?log_id=1153521558656307&site_id=10256
Das wachsende Wohlstandsgefälle, der u.a. damit einhergehende ungleiche Zugang zu grundlegenden Ressourcen wie Gesundheit, Bildung und Unterkunft sowie eine als Geld-fixiert und als "kalt" wahrgenommene Gesellschaft gießen weiterhin Feuer in eine Mao-Nostalgie, die seit den 1980er Jahren immer wieder auflodert.
Insbesondere im Blog der "Volkszeitung" sind Beiträge, die Loblieder auf die "Ehrlichkeit", "Unverdorbenheit" und "Volksnähe" Maos singen, auf den vorderen Plätzen der meist gelesenen Beiträge vertreten. Interessant ist, dass sich auch Nostalgie-kritische Stimmen Gehör verschaffen können.
Der plötzliche Tod des 25-jährigen Hu Xinning, ehemals Angesteller bei der international agierenden chinesischen Firma Huawei, erregt die Gemüter der chinesischen Bloggergemeinde (Sina, Sohu, Netease, Tianya etc.)
Hu, der 2005 direkt nach seinem Abschluss bei der Firma Huawei in Shenzhen, Provinz Guangdong angefangen hatte, arbeitete zuletzt Tag und Nacht an einem geheimen Projekt. Ende April, kurz vor der Ferienwoche um den 1.Mai, musste er sich aufgrund nachlassender Gesundheit ins Krankenhaus begeben. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide. Am 28. Mai 2006 verstarb er schließlich an einer virulenten Hirnhautentzündung. Auch wenn der Tod Hus in keinem direktem Zusammenhang mit der Firma Huawei stehe, so der Unternehmenssprecher, so sei dies doch eine sehr schmerzliche Erfahrung.
Link: http://news.xinhuanet.com/health/2005-12/12/content_3909660.htm
Auch in China werden die Folgen eines ungezähmten Turbokapitalismus auf den Menschen kritisch unter die Lupen genommen.
Sorgen um die "BT-Sippe"/BT族, BT steht für 变态 biantai und bedeutet "psychopatisch, abnormal" machen sich viele chinesischen Blogger und auch die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua (Neues China).
Link: http://news.xinhuanet.com/health/2005-12/12/content_3909660.htm
Auch in China werden die Folgen eines ungezähmten Turbokapitalismus auf den Menschen kritisch unter die Lupen genommen.
Sorgen um die "BT-Sippe"/BT族, BT steht für 变态 biantai und bedeutet "psychopatisch, abnormal" machen sich viele chinesischen Blogger und auch die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua (Neues China).
Eine Umfrage der Shanghaier Berufsberatungsfirma Kerui im Oktober 2005 unter 1380 Büroangestelltn verschiedener Branchen in den Städten Shenzhen, Shanghai, Beijing und Guangzhou hat ein Besorgnis erregendes Bild der neuen Mittel- und Oberschicht gezeichnet. Unter denjenigen, die über 8000 Yuan (ca. 800 EURO; Durchschnitts- einkomen 2005 in den Städten: 10.493 Yuanm auf dem Land: 3255 Yuan, offizielle Statistiken) verdienen, gehören rund 80% zur "Psychopathen-Sippe". Sie kommen mit ihrer Umwelt nicht zurecht und ziehen sich oft den Hass ihrer Kollegen zu.
Link: http://news.sohu.com/20060529/n243447961.shtml
2007 will die chinesische Regierung mit dem Bau zweier Atomkraftwerke in den nordöstlichen Küstenprovinzen Liaoning und Shandong beginnen, weitere sollen folgen. Der Internetanbieter Sohu regte eine Online-Debatte im Forum "Ich sag mal 'nen paar Sätze "(我来说两句 ) zu dem Thema (Fokus auf Shandong, wo drei auf engem Raum entstehen sollen) an.
Das Forum gibt folgende Vorteile des Baus an: Preis günstig, keine geologischen oder Ressourcenbeschränkungen, spart endliche Energien wie z.B. Öl)
Das Forum nennet folgende Nachteile: Folgen für die Umwelt, u.a. durch Atommüll, Bedrohung für die Sicherheit der Menschen.
1414 Leute unterstützen den Bau, für sie überwiegen die Vorteile,
14919 Leute sehen die Nachteile als gewichtiger an, sie sind dagegen. Sie stammen größenteils aus Shandong (bzw. geben das an) und sind nicht per se gegen Atomkraftwerke, aber gegen eine solche Konzentration auf engem Raum.
Übersetzt und zusammengefasst von
Kristin Kupfer
Eine Angestellte der staatlichen Entwicklungs- und Reformkomission in einer Kreisstadt der Stadt Puyang, Provinz Henan, macht auf ihre desolate finanziellen Lage aufmerksam.
Sie sei 27, habe einen B.A.-Abschluss, arbeite seit 3 Jahren, nach Gehaltsstufe 14 beträgt ihr monatliches Gehalt 620 Yuan (ca. 62 EURO) ohne irgendwelche Sozialeistungen. Ihr Mann arbeite seit 7 Jahren als Lehrer, er verdiene 640 Yuan, ebefalls ohne Sozialleistungen. Die Ausgaben ihres dreiköpfogen Haushalts, sie haben ein Tochter, die 7 Monate alt ist, gestalten sich wie folgt:
Link: http://bbs8.news.163.com/board/rep.jsp?b%3Djueqi%26i%3D537576%26p%3D0
Die Kehrseiten von Chinas rasantem Reform- und Öffnungsprozess seit 1978 werden immer offensichtlicher - auch unter Chinas Bloggern entwickelt sich eine rege Diskussion um die Zukunft des Landes.
Die folgenden Stimmen sind dem Forum Net Ease (网易) entnommen.
Blogger Zou Zhiliao schreibt in ihrem Beitrag, dass nachdem auch die kleinen Leute mit Hilfe des Internet ihre Meinung sagen können, alles gesagt worden ist, was gesagt werden muss, und alle beschimpft worden sind, die beschimpft werden müssen, anscheinend nun alle warten. Auf was? Auf ein Dokument der Zentralregierung, ein mitreißendes, was den Leuten aus der Seele spricht und sie wieder für Chinas weitere Entwicklung begeistert und eint.